Insolvenzgeld – was man wissen sollte!

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Insolvenzgeld – was man wissen sollte!

– Anwalt Arbeitsrecht Berlin –

Wenn der Arbeitgeber Insolvenz anmeldet, dann steht der Arbeitnehmer zunächst mit leeren Händen da. Er meist mehrere Monate ohne Lohn gearbeitet und gehofft, dass sein Arbeitsplatz erhalten bleibt. Was tun?

Hier einige wichtige Antworten und zum Thema Insolvenzgeld:

Was ist Insolvenzgeld?

Das Insolvenzgeld ist eine Leistung der BfA. Das Insolvenzgeld wird als Lohnersatzleistung für den nicht gezahlten Lohn durch den Arbeitgeber der letzten 3 Monate gezahlt, sofern der Arbeitgeber zahlungsunfähig ist, was bei der Insolvenz vermutet wird.

Wer zahlt das Insolvenzgeld aus?

Das Insolvenzgeld wird von der BfA gezahlt. Dabei ist dieses auf einen speziellen Antragsformular zu beantragen. Entsprechende Belege sind beizufügen.

Wann bekommt der Arbeitnehmer Insolvenzgeld?

Insolvenzgeld bekommt der Arbeitnehmer nur dann, wenn der Arbeitgeber den Arbeitslohn nicht gezahlt hat und dieser Insolvenz angemeldet hat oder der Betrieb faktisch stillgelegt ist (Betriebsstilllegung). Dies gilt auch für ausländische Insolvenzereignisse (Arbeitgeber im Ausland Insolvenz angemeldet).

Für welchen Zeitraum wird  dem Arbeitnehmer das Insolvenzgeld gezahlt?

Das Insolvenzgeld wird dem Arbeitnehmer maximal für den Zeitraum der letzten 3 Monate ab der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gezahlt. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber keinen Lohn für diesen Zeitraum gezahlt hat. Wenn der Arbeitnehmer schon zuvor aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist, dann gilt eine Ausnahme. Der Arbeitnehmer kann in diesem Fall für den Zeitraum der letzten 3 Monate, ab der Beendigung des Arbeitsverhältnisses das Insolvenzgeld bekommen.

Wer erhält Insolvenzgeld?

Nur Arbeitnehmer erhalten Insolvenzgeld. Wer Arbeitnehmer ist, dass bestimmt sich danach, ob der arbeitende Person persönlich abhängige Arbeit verrichtet hat.

Muss das Insolvenzgeld vom Arbeitnehmer beantragt werden oder wird es automatisch gewährt?

Das Insolvenzgeld muss vom Arbeitnehmer beantragt werden. Wird es nicht beantragt, dann bekommt der Arbeitnehmer kein Geld von der Agentur für Arbeit. Für den Antrag ist ein spezielles Formular zu nutzen, welches man bei jeder Agentur für Arbeit bekommen kann. Der Arbeitnehmer muss glaubhaft machen, dass er noch ausstehenden Arbeitslohn zu bekommen hat (Lohnbescheinigungen beifügen).

Gibt es eine Frist für die Beantragung des Insolvenzgeldes für den Arbeitnehmer?

Ja,  es gibt eine Frist. Diese beträgt 2 Monate ab der Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Was ist, wenn man die Anmeldefrist aus Unkenntnis vom Insolvenzereignis versäumt hat?

Der Arbeitnehmer kann dann innerhalb von 2 Monaten ab Kenntnis von der Insolvenz den Antrag stellen, muss aber darlegen, weshalb er nichts vom Insolvenzereignis wusste.

Was wird von der Bundesangentur für Arbeit  an den Arbeitnehmer gezahlt?

Die Bundesagentur für Arbeit zahlt nur den Nettolohn und nicht den Bruttoarbeitslohn.

Anwalt Arbeitsrecht Berlin – A. Martin

8 Gedanken zu „Insolvenzgeld – was man wissen sollte!

    Franz-Josef Braun sagte:
    7. Oktober 2010 um 20:33

    Hallo,
    was kann / muß ein ungekündigter Arbeitnehmer tun, der in einem insolventen Unternehmen weiterarbeitet und nur einen Teil seines Monatslohns erhält?
    Kann er auch Antrag auf Insolvenzgeld stellen?
    Danke für die Hilfe!
    Franz-Josef Braun

      rechtsanwaltarbeitsrechtberlin geantwortet:
      23. November 2010 um 16:42

      Wie bereits häufiger gesagt, sollte man sich an einen Kollegen (Anwalt) vor Ort wenden. Gerade bei Insolvenzen sollte man schnell handeln, damit kein Lohn verschenkt wird.

    […] gemacht haben (Ausnahme: der Arbeitnehmer wurde freigestellt) Siehe auch den Artikel „Insolvenzgeld- was man wissen sollte!„. Arbeitsrecht in Berlin – Anwalt Martin Teilen Sie dies […]

    Susanne weindler sagte:
    28. September 2011 um 12:14

    War bis Ende November2010 bei einem Betrieb angestellt. Für die Monate Okt und Nov. habe ich kein Geld gekriegt.
    Ein halbes Jahr später hat mein chef erst Insolvenz angemeldet.
    Jetzt behauptet der Insolvenzverwalter ich hätte davon gewußt (ich kann anscheinend Hellsehen…) und fordert die Löhne von Sept- Nov. 2010 zurück zur Insolvenzmasse. Darf er das??

      rechtsanwaltarbeitsrechtberlin geantwortet:
      28. September 2011 um 13:03

      Nicht lange im Internet suchen, sondern zum Anwalt vor Ort gehen. Der schaut sich die Unterlagen an und gibt Auskunft.

      rechtsanwaltarbeitsrechtberlin geantwortet:
      12. Oktober 2011 um 17:13

      Am besten zum Anwalt und die Unterlagen dort vorzeigen. Weshalb der Insolvenzverwalter einfach annimmt, dass Sie vom Insolvenzereignis wussten, muss geklärt werden. Diese Informationen stehen zwar im Internet, viele Arbeitnehmer wissen dies jedoch nicht.

    […] Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Der Arbeitnehmer sollte sich bereits dann zwingend über den Erhalt des sog. Insolvenzgeldes informieren und ggfs. das Arbeitsverhältnis kündigen, denn erstattet werden max. 3 Monate an […]

    […] der Bundesagentur für Arbeit waren im August 2016 insgesamt 685.000 freie Arbeitsstellen gemeldet, dies sind 89.000 mehr als vor […]

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